Orthomolekulare Medizin – Mikronährstoffmedizin

Warum brauchen wir eine Orthomolekulare Medizin?

Die Mikronährstoffmedizin bildet die wissenschaftliche Grundlage für den Einsatz von Vitaminen, Mineralstoffen und anderen bioaktiven Nährstoffen in entweder physiologischer oder aber in pharmakologischer Dosierung zur Prävention und Therapie vielfältiger, insbesondere chronisch-degenerativer Erkrankungen. 1

In den letzten 100 Jahren hat sich die Lebenserwartung fast verdoppelt. Das führt schnell zu der Vermutung, dass sich dies auf gesündere Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zurückführen ließe. Dem ist nicht so. Die höhere Lebenserwartung ist Folge einer besseren medizinischen Versorgung und insbesondere besserer hygienischer Bedingungen.

Die modere Ernährung ist gekennzeichnet von einem kalorischen Überfluss mit einem Defizit an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Unsere Nahrung ist zunehmend an bioaktiven Substanzen, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen verarmt. Unsere Ess- und Lebensgewohnheiten sind vom Verzehr von Fertigprodukte gekennzeichnet, vom Essen und Trinken „to go“, von Stress, zu wenig Bewegung und zunehmender Umweltbelastung.

Aber auch der zunehmende Einsatz von Medikamenten hat weitreichende Auswirkungen auf unseren Mikronährstoffhaushalt, da diese häufig durch Medikamente verdrängt werden und außerdem toxische Effekte auf die Mitochondrien haben können (v.a. Antibiotika, Antidiabetika, Virusstatika und Zytostatika). Dies ist mit einer Störung im Energiestoffwechsel verbunden, was sich häufig zuerst in der Herz- und Skelettmuskulatur, dem Nervensystem und den Sinnesorganen bemerkbar macht.

Eine bereits suboptimale Vitamin- und Mineralstoffaufnahme verursacht in der Regel unspezifische Beschwerden und Störungen, die sich oft nur schwer einordnen lassen und so oft erst spät therapiert werden; nämlich dann, wenn schwere Erkrankungen die Folge sind. 2

Eine wesentliche Aufgabe der Mikronährstoffe ist der Abbau freier Radikale im Organismus, um den Körper vor oxidativem Stress zu schützen. Oxidativer Stress bedeutet Degeneration, (vorzeitiges) Altern, Arteriosklerose, Krebserkrankung, Zelltod. Diese Konsequenzen treten beschleunigt auf, wenn Antioxidantien, z.B. in Form von Mikronährstoffen dauerhaft mangelhaft vorhanden sind und im Gegenzug der oxydative Stress durch zunehmende Umweltbelastung und Stress steigt.

Als Antioxidantien dienen v.a.

  • Vitamine (A, C, E, Betacarotin, Niacin)
  • Spurenelemente (Zink, Selen, Kupfer, Eisen)
  • Bioflavonoide
  • Glutathion
  • Alpha-Liponsäure
  • Melatonin

Was kann Orthomolekulare Medizin?

Im Hinblick auf das menschliche Abwehrsystem spielen die Mikronährstoffe eine bedeutende Rolle. Sie sind essentiell bei der Bildung der Immunzellen (Lymphozyten) und deren Differenzierung, der Bildung der Antikörper, der Regulierung der Funktion der Immunzellen und der Funktion der Fresszellen.

Liegen Mangelerscheinungen vor, ist unser Abwehrsystem empfindlich beeinträchtigt. Ganz gleich, welche Therapien zu Einsatz kommen würden: bleiben die Zusammenhänge der Mikronährstoffmedizin unberücksichtigt kann es keinen dauerhaften Erfolg geben. Die Überprüfung und Korrektur der Mikronährstoffe ist insofern Basis einer jeden Immuntherapie. 2

In der Onkologie lassen sich Zusammenhänge bzgl. der Veränderungen  des Mikronährstoffhaushaltes und der Entstehung, des Wachstums und der Metastasierung von Tumoren nachweisen. Verschiebungen können sowohl Ursache als auch Folge dieser Erkrankung sein.

Einen besonderen Zusammenhang zwischen Tumorentstehung und Mangelerscheinungen wurde bezüglich Magnesium und Selen beschrieben. Aber auch Kupfer, Eisen, Zink spielen eine erhebliche Rolle. Diese Werte spielen auch eine Rolle bei der Verlaufskontrolle von Tumorerkrankungen und haben eine prognostische Bedeutung.

Eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen trägt außerdem deutlich zu einer besseren Verträglichkeit aggressiver Therapiemaßnahmen und einer geringeren Komplikationsrate bei.

In unserem Praxiskonzept ist die Orthomolekulare Therapie insofern ganz zentraler Bestandteil.

Vor jeder Therapie und Supplementierung gehört aber immer zwingend eine vollständige Diagnostik, um Ursachen für Mangelerscheinungen und Ausprägungen zu analysieren.

„Die derzeitig übliche Messung der Mikronährstoffe wie Calcium, Magnesium und Eisen im Plasma ist zur Erfassung des tatsächlichen Mikronährstoff-Status nicht geeignet!“ Auf dieser Basis und den mit ihnen vereinbarten Therapieziel können wir dann eine Therapie beginnen.

Therapieziele können sein:

  • Prävention ernährungsabhängiger, chronisch-degenerativer, sowie chronisch-entzündlicher Krankheiten
  • Stoffwechsel-Optimierung mit Vitaminen, Mineralstoffen und anderen bioaktiven Nährstoffen (= Metabolic Tuning)
  • Optimierung der Pharmakotherapie: Unterstützung der Wirksamkeit, Verringerung der Nebenwirkungsrate und des Bedarfs an Arzneimitteln
  • Verbesserung des individuellen Gesundheitsstaus
  • Erhalt der Vitalität und Leistungsfähigkeit bis ins hohe Lebensalter 1

Insofern ist es uns, insbesondere auch bei Tumorpatienten, ein Herzensanliegen, möglichst frühzeitig nach Diagnosestellung, eine unterstützende Begleittherapie anbieten zu können um sie auf dem Weg zu und durch die oft belastenden Therapien zu stärken und zu unterstützen.

Ein möglichst optimaler Ernährungszustand und günstige Mikronährstoffsituation kann dazu beitragen, das OP-Ergebnis zu verbessern, Komplikationen zu reduzieren und das Ansprechen von medikamentösen und der Chemo- und Strahlentherapie zu verbessern.

Quellen:
1 Gröber, U.: Mikronährstoffe. Metabolic Tuning – Prävention – Therapie. Wissenschaftliche
Verlagsgesellschaft Stuttgart. 3. Auflage; 2010. S. 43-48
2 Ganzimmun Diagnostics AG: Mikronährstoffe. Prävention, Diagnostik und Therapie. PDF

 

Hinweis zum Heilmittelwerbegesetz (§3 Nr. 1)
Bei einigen der hier vorgestellten Behandlungs- und Diagnosemethoden handelt es sich um Verfahren der alternativen Medizin, die zum Teil wissenschaftlich noch nicht anerkannt sind. Alle Angaben über Eigenschaften, Wirkungen und Indikationen beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungen innerhalb der Therapiemethoden selbst.
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