Immunstatus

Der Immunstatus ist in unserer Praxis von zentraler Bedeutung insbesondere dann, wenn die Anwendung der Mikroimmuntherapie als Therapieoption im Raum steht.

Die Medizinische Gesellschaft für Mikroimmuntherapie empfiehlt die Durchführung spezifischer Analysen, vor allem bei:

  • Virusinfektionen und deren Folgen (Chronifizierung und Wiederaufflammen)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Onkologischen Prozessen
  • Entzündlichen Prozessen
  • Allergien
  • Stressbedingten Krankheiten 1

Ausgangstool für die Ermittlung ist die sog. Lymphozytentypisierung, die speziell für die Mikroimmuntherapie entwickelt worden ist und uns eine detaillierten Bewertung der verschiedenen Komponenten des Immunsystems, dessen Anpassungsfähigkeit und Belastungen erlauben.

Der Immunstatus gibt uns aber auch wichtige Hinweise, welche weiterführenden Untersuchungen hilfreich sein können, um die Ursachen für ihre Beschwerden herauszufinden.

Dazu eignen sich im nächsten Schritt das TH1/TH2/TH17-Profil, das Serumproteinprofil oder eine Serologie.

 

Mittels TH1/TH2/TH17-Profil lassen sich Dysbalancen und dahinterstehende Ursachen erkennen.

„Eine TH1-Dominanz ist meist Folge einer gesteigerten, ansonsten aber intakten Immunantwort, z.B. während einer ablaufenden Infektion oder in Folge einer therapeutischen Immunstimulation.

Die TH2-Dominanz stellt dagegen einen Progredienzfaktor bei zahlreichen chronisch entzündlichen Erkrankungen dar. Eine TH2-Dominanz ist häufig nachzuweisen bei Soforttyp-allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma, atopischer Dermatitis, Psoriasis, vielen Autoantikörper-bedingten Autoimmunerkrankungen, chronischen Infektionen, entzündlichen Darmerkrankungen sowie häufig auch sekundär bei Tumorerkrankungen.“ 2

Das Serumproteinprofil gibt Hinweise auf akute oder chronische Infektionen, Infektionen im Bereich der Schleimhäute (auch im Darm), Autoimmunprozesse, Entzündungsprozesse und Eiweißmangelerscheinungen einschließlich Ernährungszustand des Patienten.

Ergibt sich aus den erhobenen Befunden der Verdacht einer möglichen Chronifizierung  einer Virusinfektion, so veranlassen wir eine Serologie, um die Erreger zu identifizieren.

Bekannt sind wiederaufflammende Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), aber auch andere Viren können noch nach vielen Jahren einer durchgemachten Infektion massive Beschwerden verursachen.

Dazu zählen u.a. Viren der Herpes-Familie (HPV), Zytomegalie-Viren (CMV), Chlamydien, Varizella-Zoster-Viren u.a.

Die Viren bleiben nach einer Infektion lebenslänglich im Körper und werden durch das Immunsystem unter Kontrolle gehalten. In bestimmten Situationen gelingt dies nicht und typische Symptome treten auf. Dazu zählt klassischerweise beim EBV das Chronische Erschöpfungssyndrom, unklare Schmerzzustände und vielen anderen chronischen Erkrankungen und selbst Autoimmunerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose, Lupus erythematodes etc.), Tumorerkrankungen und Allergien werden mit einer EBV-Re-Infektion in Verbindung gebracht.

Die klassische Diagnostik über die IgG-Antikörperbestimmung reicht hier nicht aus, da diese lediglich eine Aussage zulässt, ob jemand schon einmal eine Infektion durchgemacht hat. Für das Erkennen möglicher Re-Infektionen veranlassen wir ausführlichere Laborwerte.

Quelle
1 https://3idi.org/All/pub/MIT/MIT_Anwendungsgebiete.php
2 www.imd-berlin.de/de/fachinformationen/diagnostikinformationen/th1-th2 zytokinbalance.html
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