Autoimmunität

Autoimmunerkrankungen spielen heute nach Herz-, Kreislauf- und Tumorerkrankungen eine zentrale Rolle und haben in den letzten Jahren zugenommen (Diabetes mellitus I, Multiple Sklerose).

Oft sehen wir Patienten mit unklaren, z.T. sehr diffusen oder wechselnden Beschwerden, die sich kaum zuordnen lassen oder zusammen zu passen scheinen. Oft fühlen sich die Patienten erschöpft, haben ein massives Krankheitsgefühl und sind auf Grund der unklaren Situation hilflos.

Autoimmunerkrankungen zeigen sich oft durch sehr unterschiedliche Symptome und machen eine Diagnostik sehr schwierig.

Autoimmunerkrankungen sind chronisch entzündliche Prozesse, die durch Störungen im Immunsystem ausgelöst sind und durch einen Verlust der Toleranz gegenüber dem eigenen Gewebestrukturen bestimmt ist, sprich, das Immunsystem greift unsere eigenen Zellen und Gewebe an und zerstört diese.

Die Ursachen für die Autoimmunerkrankungen sind sehr vielseitig und komplex.

Zugrunde liegt immer eine Störung der lebenswichtigen immunologischen Balance, welche verschiedene Auslöser haben kann.

  • Gestörte Regulation des Immunsystems
  • Infektionen
  • Medikamente
  • Umweltschadstoffe
  • Chronischer Stress
  • Genetische Faktoren
  • Andere Grunderkrankungen (Tumoren)

Das Immunsystem kann sich selektiv gegen ein bestimmtes Organ (sog. organspezifische Autoimmunerkrankungen) richten oder es richtet sich gegen den gesamten Körper (sog. systemische Autoimmunerkrankungen) und attackiert verschiedene Körperorgane und Regionen.

Bei den systemischen Autoimmunerkrankungen handelt es sich oft um Erkrankungen des entzündlichen-rheumatischen Formenkreises, bei der Gelenke, Muskeln, Haut, Bindegewebe und Gefäße angegriffen werden und zu sehr unterschiedlichen Symptomen führen.

Dazu gehören u.a.

  • Rheumatoide Arthritis
  • Morbus Bechterew
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • Rheumatisches Fieber
  • Sjögren-Syndrom
  • Sklerodermie
  • Zöliakie
  • Psoriasis
  • Fibromyalgie

Beispiele für organspezifischen Autoimmunerkrankungen, denen wir häufig begegnen sind:

  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
  • Hashimoto Thyreoiditis
  • Myasthenia gravis

Eine unbehandelte Autoimmunerkrankung kann durch schwere Entzündung zur Zerstörung der betreffenden Organe und zum Funktionsverlust führen. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie sind deshalb von großer Bedeutung.

Insofern ist das Zusammenspiel aller an der Behandlung des Patienten Beteiligter sehr wichtig. Für uns ist eine enge Kooperation mit ihren Ärzten selbstverständlich.

Für die Diagnostik ist die Bestimmung sog. Autoantikörper im Blut wichtig. Dies sind Immunglobuline, die sich gegen körpereigenes, gesundes Gewebe richten und in dessen Folge sich die Autoimmunerkrankungen entwickeln.

Diese Autoantikörper sind ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik von Autoimmunerkrankungen und können auch als prädiktive, prognostische und/oder als Aktivitäts-Marker herangezogen werden.

Für eine qualitative hochwertige Diagnostik arbeiten wir ausschließlich mit Laboren zusammen, die über bewährte und anerkannte Analysemethoden und hochwertiger technische Ausstattung verfügen. Dazu gehört neben dem Enzym- und Radioimmunoassay selbstverständlich auch die Immunfluoreszenztechnik, die über ein breites Spektrum in der Analyse verfügt.

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